Amtsvormund – Qualifikationen, Aufgaben & Pflichten

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Amtsvormund und Berufsbetreuer übernehmen beide die gesetzliche Betreuung für ihre Klienten. Der Amtsvormund kümmert sich um minderjährige Kinder und Jugendliche, deren Eltern geschäftsunfähig oder verstorben sind. Der Berufsbetreuer hingegen betreut psychisch oder physisch beeinträchtigte Erwachsene. Da sowohl das Elternteil als auch der Minderjährige unter einer Betreuung beziehungsweise Vormundschaft stehen kann, sollten Amtsvormund und Berufsbetreuer für die reibungslose Betreuungsarbeit eng zusammenarbeiten.

Diese Qualifikationen werden gebraucht

Das Familiengericht prüft für jeden Einzelfall, ob ein Verein, das Jugendamt oder eine andere Person für die Vormundschaft geeignet ist. Die Voraussetzung: Der Vormund muss bestimmte Qualifikationen und eine gewisse Lebenserfahrung mitbringen.  

Als Amtsvormund wird jemand bezeichnet, der Mitarbeiter des Jugendamtes und damit Angestellter beim Landkreis oder der Kommune ist. In den meisten Fällen haben die Mitarbeiter eine pädagogische Ausbildung oder ein Studium in Verwaltung oder Sozialpädagogik abgeschlossen. Das Wichtigste: Fachkenntnisse auf den verschiedenen Gebieten des Rechts, besonders des Zivil- und Verwaltungsrechts, der Psychologie und Soziologie. Auch sollte der Amtsvormund über Themen, die die junge Zielgruppe betreffen, zum Beispiel sexueller Missbrauch, Schul- und Berufsausbildung und Trennung der Eltern, Bescheid wissen.

Aufgaben und Pflichten

Der Amtsvormund vertritt die rechtlichen und persönlichen Interessen des Kindes oder Jugendlichen und hat ein offenes Ohr für die Bedürfnisse des Mündels, zum Beispiel wenn es Probleme im Heim oder bei der Pflegefamilie gibt. Da sich der Vormund eine unabhängige Meinung bilden muss, kann kein Betreuer aus dem Heim oder ein Sozialarbeiter die Vormundschaft übernehmen. Auch dürfen bestimmte Aufgaben des Vormundes nicht dem Sozialen Dienst oder dem Pflegepersonal übertragen werden. Diese Aufgaben können folgende Themengebiete betreffen: Aufenthaltsbestimmung, Sicherung des Lebensunterhaltes, Versicherungsschutz, medizinische Betreuung, Schul- und Berufsausbildung und Vermögenssorge.  

Aktuell: Seit der Reform des Vormundschaftsrechts müssen die Jugendämter die Zahl der Amtsvormünder auf 50 begrenzen. Dadurch sollen die Amtsvormünder entlastet und der persönliche Kontakt zu den betreuten Kindern gestärkt werden.

Ende der Vormundschaft

Die Vormundschaft endet mit der Volljährigkeit des Mündels. Besteht danach noch Handlungsbedarf, kann das Betreuungsgericht eine rechtliche Betreuung anordnen. Weiter können eine rechtskräftige Adoption oder ein Beschluss vom Familiengericht die Vormundschaft frühzeitig aufheben.