Berufsbetreuung und Nachlass – Was passiert nach dem Tod des Klienten?

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Rechtliche Betreuer sind häufig verunsichert, wie sie im Todesfall ihres Klienten handeln sollen. Was muss zum Abschluss des Falls erledigt werden und wer ist für den Nachlass zuständig? Fakt ist: Mit dem Tod des Klienten endet auch das Betreuungsverhältnis und damit alle verbundenen Pflichten. Ein paar formale Angelegenheiten kommen dennoch auf den rechtlichen Betreuer zu:  

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Punkte
  1. Betreuungs- und Nachlassgericht sowie einen der Erben informieren
  2. Rückgabe des Betreuungsausweises
  3. Erstellung einer Schlussrechnungslegung, wenn der vorherige Aufgabenkreis die Vermögenssorge umfasste                    
  4. Herausgabe des Vermögens an die Erben oder den Nachlasspfleger mit schriftlicher Bestätigung
  5. Vermieter, Banken, Sozialamt und Rentenversicherungsträger sollten (in Absprache mit dem Nachlassverwalter) vom Todesfall in Kenntnis gesetzt werden

In der Regel hat der Berufsbetreuer damit alle Aufgaben nach dem Tod des Klienten erfüllt. Eine Ausnahme gibt es jedoch, wenn die Erben nicht ausfindig zu machen sind oder nicht benachrichtigt werden können. In diesem Fall ist bei Gericht eine Nachlasspflegschaft anzuregen. Wenn gleichzeitig dringende Geschäfte zu erledigen sind, hat der Betreuer ausnahmsweise im Rahmen seiner Aufgabenkreise die Geschäfte für eine kurze Übergangszeit fortzusetzen (Notgeschäftsführungspflicht). Auf Antrag des Nachlassgerichts kann der bisherige Betreuer auch die Funktion des Nachlasspflegers übernehmen, sofern er die notwendigen Voraussetzungen dafür erfüllt. Hierfür ist keine spezielle Berufsausbildung nötig, jedoch sind nachweislich sehr gute Kenntnisse im Erbrecht erforderlich.

Aufgaben als Nachlasspfleger

Übernimmt der Betreuer die Nachlasspflegschaft bzw. die Notgeschäftsführung, muss er sämtliche Behörden über den Tod des Klienten informieren. Dazu gehören die Ordnungsbehörde der Stadt, das Standesamt, das Sozialamt und diverse Versicherungen. Die Ordnungsbehörde veranlasst auch die Bestattung, sofern keine Ehegatten oder nächste Verwandte vorhanden oder auffindbar sind. Weiterhin muss ein Nachlassverzeichnis und eine Erbschaftssteuererklärung erstellt werden, Rechnungen werden dem Nachlassgericht zugestellt.
Der rechtliche Betreuer klärt darüber hinaus, ob es ein rechtswirksames Testament gibt oder ein Erbvertrag vorhanden ist. Testamente und andere wichtige Dokumente, die zur Verwaltung beim Berufsbetreuer liegen, sind dem Nachlassgericht zu übergeben. Darüber hinaus übernimmt der Betreuer auch die Kommunikation mit Mieter oder Vermieter und regelt die Aufhebung von Verträgen.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter: http://www.bundesanzeiger-verlag.de/betreuung/wiki/Tod_des_Betreuten