Betreuungspflichten – darauf müssen Berufsbetreuer achten

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Die Pflichten eines Berufsbetreuers sind vielfältig. Die übergreifende Aufgabe ist, die Interessen der Betreuten wahrzunehmen und zu vertreten. Ihr persönliches Wohl und ihre speziellen Wünsche sind dabei immer zu berücksichtigen. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) macht an dieser Stelle eine klare Aussage und regelt auch die weiteren Pflichten der Berufsbetreuer.

Berufsbetreuer als gesetzlicher Vertreter

Berufsbetreuer erhalten durch ein Betreuungsgericht die Aufgabe, die Betreuten in einem oder mehreren festgelegten Bereichen gesetzlich zu vertreten. Der Umfang der Betreuung wird von Fall zu Fall festgelegt und kann einzelne, mehrere oder auch alle Lebensbereiche betreffen. Dazu zählen zum Beispiel die Wahl des Wohnorts, des eigenen Lebensstils, des Freizeitverhaltens und die Vermögensverwaltung. Ein Berufsbetreuer darf nur in den ihm zugewiesenen Bereichen als gesetzlicher Vertreter handeln.

Selbstbestimmung mit klaren Grenzen

Dem Betreuten muss immer die Möglichkeit gegeben werden, sein Leben nach seinen eigenen Vorstellungen zu gestalten. Doch es gibt klare Grenzen, bei denen der Berufsbetreuer den Wünschen des Betreuten nicht nachkommen muss. Dann nämlich, wenn die Erfüllung der Wünsche dem Wohl des Betreuten langfristig schaden. Dies gilt immer dann, wenn die Gesundheit, das Leben oder das Vermögen des Betreuten gefährdet sind. Ein Beispiel dafür sind große Luxuseinkäufe, die die weitere Lebenserhaltung und Existenzsicherung gefährden würden.

Wichtiges gemeinsam besprechen

Im BGB ist auch geregelt, dass alle wichtigen Angelegenheiten mit dem Betreuten zu besprechen sind. Nichts soll einfach über seinen Kopf hinweg entschieden werden. Diese Besprechungspflicht stärkt das Vertrauensverhältnis und klärt ab, ob der Betreute seine Wünsche mit entsprechender Unterstützung auch alleine erfüllen könnte. Der Berufsbetreuer soll schließlich Hilfe zur Selbsthilfe geben.

Immer im persönlichen Kontakt bleiben

Die Betreuung sollte so viel wie möglich durch persönlichen Kontakt erfolgen. Gerade bei betreuten Menschen mit starken Behinderungen, sind persönliche Besuche wichtig, um vor Ort einen echten Eindruck von ihrem Zustand und ihren Lebensumständen zu erhalten. Ein häufiges Missverständnis: Berufsbetreuer sind nicht dazu verpflichtet, den Betreuten im Alltag praktisch zu Hand gehen, zum Beispiel im Haushalt oder bei der Pflege.

Ende der Betreuungspflicht

Dem Betreuungsgericht muss mindestens einmal im Jahr über die Entwicklung des Betreuten berichtet werden. Verändert sich die Situation zum Positiven, kann die Betreuung durch das Gericht aufgehoben werden. Die gesetzliche Vertretung endet auch beim Tod des Betreuten. Der Berufsbetreuer muss darauf hin das Betreuungsgericht informieren und die Übergabe der bisherigen Pflichten an Angehörige und Erben unterstützen. Die Regelung der Bestattung und eine Verwaltung des Erbes gehört nicht zu den Aufgaben eines Berufsbetreuers.