Finanzierung, Vergütung & Regelungen – das ist 2018 aktuell

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Auch in diesem Jahr sind wichtige Gesetzesänderungen für die Betreuungsarbeit  in Kraft getreten. Weitere sind noch in Planung.  Wir stellen Ihnen einige Änderungen zu den Themen Finanzierung und Vergütung vor.

Vergütungsstufen Berufsbetreuer (pro Stunde)

Stufe 1

Ohne Ausbildung und Studium, mit berufsrelevanten Qualifikationen

27,00 Euro

Stufe 2

Mit abgeschlossener Ausbildung und berufsrelevanten Qualifikationen

33,50 Euro

Stufe 3

Mit abgeschlossenem Studium und berufsrelevanten Qualifikationen

44,00 Euro

Wie viele Stunden für einen Klienten abgerechnet werden können, hängt von mehreren Faktoren ab: Fängt der Berufsbetreuer gerade erst mit seiner Tätigkeit als Betreuer an, geht der Gesetzgeber von einem höheren Stundensatz aus. Weiter wird bei der Abrechnung zwischen mittellosen und vermögenden Klienten unterschieden. Bei mittellosen Klienten übernimmt der Staat die Kosten für die Betreuung. Laut den Abrechnungsstufen können Berufsbetreuer für vermögende Klienten bis zu einer Stunde mehr abrechnen, als für mittellose Klienten. Auch ist entscheidend, ob mehrere Klienten in einem Heim wohnen oder noch in ihren Häusern oder Wohnungen. Generell gilt: Klienten mit eigenem Wohnsitz nehmen mehr Zeit in Anspruch, weil der Berufsbetreuer individuelle Anfahrtswege hat.  

Das wird aktuell gefordert

Aktuell wird eine Erhöhung des Stundensatzes auf 55 Euro für alle Berufsbetreuer verlangt. Zusätzlich sollen 24 Prozent mehr Stunden abgerechnet werden können, weil der tatsächliche Zeitaufwand deutlich höher liegt, als der momentan zu berechnende Höchststundensatz. Initiator der Forderungen ist der Bundesverband der Berufsbetreuer/innen e.V.

Grundlage der Forderungen bildet die Studie des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) zur „Qualität in der rechtlichen Betreuung“. Dafür wurden alle Beteiligten im Betreuungssystem über einen Zeitraum von zwei Jahren schriftlich und mündlich befragt. Das Ziel:  Missstände in der Betreuungsarbeit aufzeigen und dadurch langfristig die Qualität in der Betreuung zu verbessern. (Link Artikel: Studie zur Qualität in der rechtlichen Betreuung) Aktuell laufen Sondierungsgespräche mit den Bundesländern und auch die Bundesregierung plant, sich mit den Ergebnissen der Studie zeitnah auseinanderzusetzen.

Gut zu wissen

Vermögensfreibetrag bei der Betreuervergütung seit 2017

Von 2.600 Euro auf 5.000 Euro erhöht

Einkommensfreibetrag bei Vergütung

Von 818 Euro auf 832 Euro pro Monat erhöht

Einkommenssteuer

Grundfreibetrag erhöht sich bei Alleinstehenden auf 9.000 Euro, bei verheirateten und verpartnerten Paaren gilt die Einkommenssteuer ab 18.000 Euro

Allgemein: Kinderfreibetrag

Gilt zusätzlich zur Einkommenssteuer und liegt bei 7.428 Euro

Allgemein: Erhöhung Kindergeld

–          Erstes Kind: 194 Euro

–          Zweites Kind: 200 Euro

–          Jedes weitere: 225 Euro

Die Frist zur Beantragung wird auf sechs Monate verkürzt.

Für betreute Menschen wichtig

Die Grundsicherung für Arbeitssuchende und Sozialhilfeempfänger wurde erhöht:

Regelbedarfsstufe 1 Alleinstehende/Alleinerziehende

416 Euro

Regelbedarfsstufe 1

Nichterwerbsfähige Erwachsene/behinderte Menschen

416 Euro

Regelbedarfsstufe 2

Paare je Partner/Bedarfsgemeinschaften

374 Euro

Regelbedarfsstufe 3

Behinderte Erwachsene in stationären Einrichtungen

332 Euro

Regelbedarfsstufe 3

Nichterwerbsfähige Erwachsene unter 25 Jahren im Haushalt der Eltern

332 Euro

Regelbedarfsstufe 4

Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren

316 Euro

Regelbedarfsstufe 5

Kinder zwischen 6 und 14 Jahren

296 Euro

Regelbedarfsstufe 6

Kinder unter 6 Jahren

240 Euro

Gut zu wissen

  • Menschen mit Behinderung erhalten mehr Selbstbestimmung: Bundesweit können Arbeitgeber Lohnkostenzuschüsse von bis zu 75 Prozent beantragen, wenn sie Menschen mit Behinderung einstellen. Das Ziel: schnell und einfach den Einstieg ins Berufsleben ermöglichen.
  • Demnächst sollen die Bundesbehörden Menschen mit Behinderung alle Dokumente in einfacherer Sprache zur Verfügung stellen.

Wir übernehmen keine Haftung für die hier veröffentlichten Zahlen. Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie unter:

https://btdirekt.de/thema/berufspolitik.html